β-Caryophyllen prägt das pfeffrig-würzige Aroma vieler Cannabissorten und gehört zu den häufigsten Terpenen in Cannabis überhaupt – neben Humulen und Myrcen ein Grund, warum das Terpenprofil zunehmend Beachtung findet.
Zum Livebestandβ-Caryophyllen gehört zu den Sesquiterpenen – größere Moleküle als die weiter verbreiteten Monoterpene, die dadurch schwerer flüchtig sind und länger am Aroma einer Sorte mitwirken. Sein Molekül enthält einen Ring aus nur vier Kohlenstoffatomen – eine Seltenheit in der Natur. Es gehört zu einer Gruppe verwandter Stoffe: α-Humulen, früher auch α-Caryophyllen genannt, hat dieselbe Summenformel, aber einen offenen Großring. Isocaryophyllen unterscheidet sich nur in der Ausrichtung einer Doppelbindung. Und Caryophyllenoxid entsteht, wenn β-Caryophyllen mit der Zeit an der Luft oxidiert. Im Laborzertifikat findest du sie getrennt ausgewiesen.
β-Caryophyllen riecht warm und würzig – nach frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer, mit einer Nelkennote und einem trockenen Holzton dahinter. Es ist kräftig genug, um das Aroma vieler Cannabissorten zu tragen, und verfliegt als schweres Terpen kaum. Wer eine Blüte aufbricht und einen pfeffrig-würzigen Duft mit leicht scharfer Spitze wahrnimmt, hat es meist mit einem hohen β-Caryophyllen-Anteil zu tun.
β-Caryophyllen ist als Aromastoff in Lebensmitteln zugelassen und gilt in den üblichen Aufnahmemengen als unbedenklich. Ein Punkt ist relevant: An der Luft bildet sich mit der Zeit Caryophyllenoxid, und das kann bei empfindlichen Menschen Kontaktallergien auslösen. Als reine Laborsubstanz ist β-Caryophyllen entsprechend als hautsensibilisierend eingestuft; dabei geht es um den unverdünnten Stoff im Umgang, nicht um die Anteile in einer Blüte. Wer zu Kontaktallergien neigt, sollte das ärztlich ansprechen.
Medizinisches Cannabis ist in Deutschland rezeptpflichtig. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
β-Caryophyllen ist nur eines von vielen Terpenen. Diese sechs prägen das Aroma und Profil vieler Sorten mit.