Medizinisches Cannabis: Was es ist und wie es wirkt

Verständlich erklärt: Formen, Wirkung und Rechtslage.

Medizinisches Cannabis sind Blüten, Extrakte und Fertigarzneimittel aus der Hanfpflanze, die eine Ärztin oder ein Arzt verschreibt und die eine Apotheke abgibt. Es ist ein Arzneimittel mit geprüftem Wirkstoffgehalt und unterliegt seit April 2024 dem Medizinal-Cannabisgesetz, nicht mehr dem Betäubungsmittelgesetz. Zu jedem Thema führt ein Link auf eine eigene Seite mit mehr Tiefe.

Zum Cannabis-Rezept Alle Grundlagen im Überblick

Medizinisches Cannabis: Das Wichtigste in Kürze

  • Medizinisches Cannabis sind Blüten, Extrakte und Fertigarzneimittel aus der Hanfpflanze. Ärztinnen und Ärzte verschreiben es, Apotheken geben es ab.
  • Es ist ein Arzneimittel mit geprüftem Wirkstoffgehalt. Seit April 2024 gilt das Medizinal-Cannabisgesetz, Cannabis ist kein Betäubungsmittel mehr.
  • Die wichtigsten Wirkstoffe sind THC (psychoaktiv, Hauptwirkstoff) und CBD (nicht psychoaktiv). Beide wirken über das körpereigene Endocannabinoid-System.
  • Inhaliert wirkt Cannabis nach wenigen Minuten für zwei bis vier Stunden, oral nach 30 bis 120 Minuten für vier bis acht Stunden.
  • Am häufigsten verordnet wird es bei chronischen Schmerzen, rund drei von vier Kassenverordnungen. Danach folgen Spastik, Appetitverlust und Übelkeit.
  • Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel und Schläfrigkeit, meist leicht und vorübergehend. Zu Beginn und nach jeder Dosisänderung gilt: nicht fahren.
  • Seit dem 30. Juli 2026 zahlen gesetzliche Kassen keine Cannabisblüten mehr. Ein Privatrezept ist jederzeit möglich.
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DEFINITION

Was ist medizinisches Cannabis?

Zu medizinischem Cannabis gehören drei Produktgruppen. Erstens getrocknete Cannabisblüten, die im Vaporisator inhaliert werden. Zweitens Extrakte und Rezepturen aus der Apotheke, zum Beispiel Dronabinol-Tropfen. Drittens zugelassene Fertigarzneimittel wie ein Mundspray mit THC und CBD, Kapseln mit Nabilon oder eine Cannabidiol-Lösung.

Alle drei gelten als Arzneimittel. Das bedeutet: Der Gehalt an THC und CBD ist geprüft und auf der Packung deklariert. Anbau und Verarbeitung folgen den Standards GACP und GMP, die auch für andere pflanzliche Arzneimittel gelten. Die Aufsicht liegt beim BfArM. Abgegeben wird medizinisches Cannabis nur gegen Rezept und nur in der Apotheke.

CBD-Produkte aus Drogerie oder Internet gehören nicht dazu. Sie sind keine Arzneimittel, haben keinen geprüften Wirkstoffgehalt und werden nicht verschrieben.

Ein Thema, viele Namen

Medizinalcannabis, Cannabis als Medizin, Cannabisarzneimittel oder medizinische Cannabisblüten meinen dasselbe. Umgangssprachlich fallen auch Begriffe wie medizinisches Gras oder medizinisches Marihuana. Gemeint ist immer das verschriebene Arzneimittel aus der Apotheke.

ABGRENZUNG

Medizinisches Cannabis vs. Freizeit-Cannabis: Was ist der Unterschied?

Medizinisches Cannabis

Anbau und Qualität
Der Anbau ist nach GACP und GMP kontrolliert. Jede Charge wird auf Pestizide, Schimmel und Schwermetalle geprüft.

Wirkstoffgehalt
THC und CBD sind deklariert und von Charge zu Charge konstant. Das erlaubt eine genaue Dosierung.

Form
Es gibt standardisierte Blüten, Extrakte und Fertigarzneimittel mit festgelegter Anwendung.

Abgabe
Die Abgabe erfolgt nur gegen Rezept in der Apotheke, mit Beratung.

Zweck
Der Zweck ist eine Therapie unter ärztlicher Begleitung. Die Dosis richtet sich nach der Erkrankung.

Freizeit-Cannabis

Anbau und Qualität
Es gibt keine Qualitätskontrolle. Herkunft und Reinheit sind unbekannt.

Wirkstoffgehalt
Der Gehalt schwankt stark und ist meist unbekannt.

Form
Blüten oder Harz werden ohne festgelegte Darreichung konsumiert.

Abgabe
Die Abgabe läuft privat, ohne Rezept und ohne Beratung.

Zweck
Der Zweck ist Rausch oder Entspannung.

Die Pflanze ist dieselbe, der Rahmen nicht. Medizinisches Cannabis ist ein Arzneimittel mit deklariertem Wirkstoffgehalt, geprüfter Reinheit und gleichbleibenden Chargen. Freizeit-Cannabis hat nichts davon. Entscheidend für die Therapie ist außerdem die ärztliche Begleitung: Eine Ärztin oder ein Arzt wählt Produkt und Dosis aus und passt sie an.

Dosis und Wirkung: niedrige, langsam gesteigerte Dosis in der Therapie gegenüber hohen Dosen im Freizeitkonsum

In der Therapie wird niedrig begonnen und langsam gesteigert, im Freizeitkonsum ist die Dosis unbekannt und meist hoch. Das erklärt den Unterschied in Wirkung und Nebenwirkungen.

DARREICHUNGSFORMEN

Welche Formen gibt es und wie wird medizinisches Cannabis eingenommen?

Blüten werden im Vaporisator erhitzt, der Dampf wird eingeatmet. Rauchen ist wegen der Schadstoffe nicht empfohlen. Als Tee sind Blüten möglich, wirken so aber schwächer und weniger berechenbar.

Extrakte und Dronabinol-Tropfen werden geschluckt oder unter die Zunge gegeben. Die Apotheke stellt sie als Rezeptur her, meist als ölige Lösung mit festgelegtem THC-Gehalt.

Fertigarzneimittel gibt es als Mundspray, Kapseln oder Lösung. Sie sind für bestimmte Erkrankungen zugelassen und haben eine feste Dosierung je Einheit.

Blüten

Extrakte

Fertigarzneimittel

  Inhalation (Blüten im Vaporisator)

Wirkungseintritt
Die Wirkung setzt nach wenigen Minuten ein.

Wirkdauer
Sie hält etwa zwei bis vier Stunden an.

  Oral (Tropfen, Kapseln, Spray)

Wirkungseintritt
Die Wirkung setzt nach 30 Minuten bis zwei Stunden ein.

Wirkdauer
Sie hält etwa vier bis acht Stunden an.

Richtwerte für THC. Wie schnell und wie lange ein Präparat wirkt, hängt von Dosis, Gewöhnung und Einnahme ab.

Wirkverlauf von Cannabis je Einnahmeform: inhaliert schneller Eintritt und kürzere Dauer, oral späterer Eintritt und längere Dauer

Inhaliert setzt die Wirkung nach Minuten ein und klingt nach wenigen Stunden ab. Oral kommt sie verzögert und hält länger an.

Eine Standarddosis gibt es nicht. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Menge und wird langsam gesteigert, bis die Wirkung passt oder Nebenwirkungen die Grenze setzen. Die Ärztin oder der Arzt legt Dosis und Steigerung fest. Wie Dosis, Einnahmeform und Gewöhnung die Wirkung verändern, steht auf der Seite zur Wirkung von Cannabis, wie der THC-Gehalt auf dem Etikett zu lesen ist, auf der Seite zu THC. Mehr zu Kapseln steht im Beitrag zu THC-Kapseln.

INHALTSSTOFFE

Wirkstoffe: THC, CBD und weitere Cannabinoide

Zwei Inhaltsstoffe tragen die Wirkung von medizinischem Cannabis. Daneben steckt in jeder Blüte ein ganzes Spektrum weiterer Stoffe.

THC und CBD im Vergleich: gleiche Summenformel C21H30O2, bei THC ist der mittlere Ring geschlossen, es bindet direkt an CB1 und ist psychoaktiv, bei CBD ist der Ring offen, es bindet kaum an CB1 und ist nicht psychoaktiv

THC und CBD bestehen aus denselben Bausteinen. Ein geschlossener Ring macht THC psychoaktiv, der offene Ring bei CBD nicht.

THC: psychoaktiv und Arzneistoff

THC (Tetrahydrocannabinol) ist der psychoaktive Hauptwirkstoff der Pflanze und zugleich der am besten untersuchte. In der Fachliteratur sind schmerzmodulierende, appetitanregende und übelkeitsdämpfende Eigenschaften beschrieben. Als Dronabinol ist THC ein eigener Arzneistoff, der in der Apotheke zu Tropfen oder Kapseln verarbeitet wird.

CBD: nicht psychoaktiv

CBD (Cannabidiol) wirkt nicht psychoaktiv und bindet nur schwach an die Cannabinoid-Rezeptoren. Es nutzt andere Signalwege im Nervensystem. Als Arzneimittel ist CBD in Deutschland nur für bestimmte schwere Epilepsieformen zugelassen. Vieles, was CBD nachgesagt wird, ist nicht belegt.

Weitere Cannabinoide und Terpene

Die Pflanze enthält über 100 weitere Cannabinoide wie CBG, CBN oder THCV, dazu über 100 Terpene. Terpene prägen Aroma und Geschmack einer Sorte und könnten die Wirkung mit beeinflussen. Diese Vermutung heißt Entourage-Effekt, belegt ist sie beim Menschen bisher nicht.

WIRKMECHANISMUS

Wie wirkt medizinisches Cannabis im Körper?

Der Körper hat ein eigenes Cannabinoid-System, das Endocannabinoid-System. Es besteht aus Rezeptoren, körpereigenen Botenstoffen, die daran andocken, und Enzymen, die diese Botenstoffe wieder abbauen. CB1-Rezeptoren sitzen vor allem an Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark, CB2-Rezeptoren vor allem an Zellen des Immunsystems. Das System ist an Schmerzempfinden, Schlaf, Appetit, Stimmung und Immunantwort beteiligt.

Pflanzliche Cannabinoide wie THC ähneln den körpereigenen Botenstoffen und besetzen dieselben Rezeptoren. Dadurch verändern sie, wie Nervenzellen Signale weitergeben. Welche Wirkung daraus im Einzelnen entsteht, ist noch nicht vollständig verstanden. Was sich davon im Gehirn und im Körper spürbar zeigt, beschreibt die Seite zur Wirkung von Cannabis.

Ob Cannabinoide und Terpene zusammen anders wirken als jeder Stoff für sich, beschreibt der sogenannte Entourage-Effekt. Er ist eine Hypothese mit Hinweisen aus Labor- und Tierstudien, beim Menschen fehlt der Nachweis.

Regionen mit vielen CB1-Rezeptoren im Gehirn: präfrontaler Kortex, Belohnungssystem, Amygdala, Hippocampus, Hypothalamus, Kleinhirn und Hirnstamm

CB1-Rezeptoren sitzen in vielen Hirnregionen. Je nach Region verändert THC Gedächtnis, Koordination, Appetit oder Stimmung.

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ANWENDUNG

Bei welchen Beschwerden kommt medizinisches Cannabis infrage?

Eine feste Liste von Krankheiten gibt es im Gesetz nicht. Voraussetzung ist eine schwerwiegende Erkrankung, für die eine Standardtherapie nicht verfügbar ist oder im Einzelfall nicht passt, und eine begründete Aussicht, dass Cannabis den Verlauf oder die Beschwerden spürbar verbessert. Ob das zutrifft, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Anamnese.

Drei Voraussetzungen statt Krankheitsliste: schwerwiegende Erkrankung, keine passende Standardtherapie und Aussicht auf spürbare Besserung. Sind alle drei erfüllt, ist eine Verordnung von medizinischem Cannabis im Einzelfall möglich. Beim Kassenrezept prüft die Krankenkasse, beim Privatrezept beurteilt die Ärztin oder der Arzt.

Statt einer Krankheitsliste nennt das Gesetz drei Voraussetzungen. Sind alle drei erfüllt, ist eine Verordnung im Einzelfall möglich.

Rund 3 von 4

Verordnungen in der Begleiterhebung des BfArM betrafen chronische Schmerzen. Dahinter folgten Spastik, Appetitverlust und Übelkeit.

Quelle: BfArM, Begleiterhebung zu Cannabisarzneimitteln. Link am Seitenende unter Quellen.

Die Studienlage ist je nach Beschwerde sehr unterschiedlich: am besten belegt bei Nervenschmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit unter Chemotherapie und bestimmten Epilepsieformen, bei vielen anderen Beschwerden offen. Welche Anwendungsgebiete es im Einzelnen gibt und wie gut sie belegt sind, zeigt die Übersicht: Alle Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis im Überblick.

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RECHTSLAGE

Cannabis als Medizin in Deutschland: Was rechtlich gilt

Rechtsstand: Oktober 2026

  • Seit März 2017: Medizinisches Cannabis ist in Deutschland verordnungsfähig.
  • Seit 1. April 2024: Das Medizinal-Cannabisgesetz gilt. Cannabis ist kein Betäubungsmittel mehr, ein normales Rezept reicht, feste Höchstmengen gibt es nicht mehr.
  • Seit 30. Juli 2026: Gesetzliche Kassen übernehmen keine Cannabisblüten mehr. Extrakte, Dronabinol und Fertigarzneimittel bleiben unter engen Bedingungen erstattungsfähig.
  • Geplant: Die Bundesregierung will Verschreibungen nur noch nach persönlichem Arztkontakt zulassen und den Versand von Blüten unterbinden. Das Gesetzgebungsverfahren läuft.

Quellen: Bundesgesundheitsministerium, KBV, Bundesregierung. Links am Seitenende unter Quellen.

Verschreiben darf jede Haus- oder Fachärztin und jeder Haus- oder Facharzt, ausgenommen Zahn- und Tierärzte. Ein Privatrezept ist jederzeit möglich. Für ein Kassenrezept müssen die Voraussetzungen der gesetzlichen Krankenversicherung erfüllt sein, meist braucht es eine Genehmigung der Kasse. Bestimmte Fachrichtungen und Zusatzbezeichnungen sind davon befreit.

Wer medizinisches Cannabis einnimmt, darf Auto fahren, solange die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt ist. Das sogenannte Medikamentenprivileg schützt vor dem THC-Grenzwert, nicht vor einer Fahrt im beeinträchtigten Zustand. Zu Beginn der Behandlung und bei jeder Dosisänderung gilt: nicht fahren. Was sonst für Fahreignung und Alltag gilt, steht bei den Nebenwirkungen. Mehr dazu im Beitrag Cannabis und Autofahren. Für Reisen innerhalb des Schengen-Raums hilft das Schengen-Formular.

Wie lange THC nachweisbar ist: aktives THC im Blut Stunden bis wenige Tage, das Abbauprodukt THC-COOH im Urin Tage bis Wochen und in Haaren Monate, bei regelmäßiger Einnahme länger

THC ist deutlich länger nachweisbar, als es wirkt. Ein Nachweis belegt keine Beeinträchtigung, entscheidend ist die Fahrtüchtigkeit.

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AUFKLÄRUNG

Nebenwirkungen und Risiken von medizinischem Cannabis

Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit und Mundtrockenheit, seltener Herzrasen und Aufmerksamkeitsstörungen. Laut der Begleiterhebung des BfArM sind sie häufig, aber meist leicht und vorübergehend. Sie gehen meist auf THC zurück und treten vor allem zu Beginn und bei zu schneller Steigerung auf. Viele lassen nach, wenn die Dosis stimmt.

Bei regelmäßiger Einnahme passt sich der Körper an, die Wirkung lässt nach, und THC kann abhängig machen. Bei einer Veranlagung zu Psychosen oder bei psychischen Erkrankungen in der Familie ist besondere Vorsicht nötig. Deshalb fragt die Ärztin oder der Arzt vor der Verordnung gezielt danach und schließt Risiken aus.

Cannabis kann mit anderen Medikamenten wechselwirken, zum Beispiel mit Antidepressiva, Antibiotika oder Ibuprofen. Die gesamte Medikation gehört deshalb ins Arztgespräch. In der Schwangerschaft, bei schweren Herzerkrankungen und bei Jugendlichen wird medizinisches Cannabis in der Regel nicht verordnet.

Die häufigsten Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis laut BfArM-Begleiterhebung: Müdigkeit 14,9 Prozent, Schwindel 9,8 Prozent, Schläfrigkeit 6,0 Prozent, Übelkeit 4,9 Prozent, Mundtrockenheit 4,9 Prozent, Aufmerksamkeitsstörungen 4,3 Prozent, Appetitsteigerung 4,2 Prozent der 16.809 Verordnungen.

Die sieben häufigsten Nebenwirkungen in der BfArM-Begleiterhebung mit 16.809 Verordnungen. Müdigkeit führt mit knapp 15 Prozent.

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FAQS

Häufige Fragen zu medizinischem Cannabis

Ja. Seit März 2017 dürfen Ärztinnen und Ärzte medizinisches Cannabis verschreiben. Seit April 2024 gilt das Medizinal-Cannabisgesetz, Cannabis ist damit kein Betäubungsmittel mehr. Voraussetzung bleibt ein Rezept, die Abgabe erfolgt nur in der Apotheke. Ohne Rezept ist der Besitz als Arzneimittel nicht erlaubt.

Es kann. THC ist psychoaktiv und kann die Wahrnehmung verändern, vor allem zu Beginn und bei hohen Dosen. In der Therapie wird die Dosis so eingestellt, dass die Linderung der Beschwerden im Vordergrund steht und nicht der Rausch. CBD wirkt nicht psychoaktiv.

Jede Haus- oder Fachärztin und jeder Haus- oder Facharzt mit Approbation, ausgenommen Zahn- und Tierärzte. Einen Facharztvorbehalt gibt es nicht. Bei Kassenrezepten brauchen manche Fachrichtungen keine Genehmigung der Kasse, alle anderen müssen sie vor der ersten Verordnung einholen.

Nur unter engen Bedingungen: schwerwiegende Erkrankung, keine passende Standardtherapie und Aussicht auf Besserung. Cannabisblüten übernehmen die gesetzlichen Kassen seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr. Extrakte, Dronabinol und Fertigarzneimittel sind weiterhin möglich, meist mit Genehmigung. Privatrezepte zahlst du selbst.

Das hängt von Rezeptart, Präparat und Menge ab. Bei einem Privatrezept trägst du die Kosten für Rezept und Medikament selbst, bei einem Kassenrezept fällt die gesetzliche Zuzahlung an. Was bei GreenMedical anfällt, steht beim Cannabis-Rezept.

Grundsätzlich ja, wenn das Cannabis ärztlich verordnet ist und deine Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt ist. Das Medikamentenprivileg setzt den THC-Grenzwert außer Kraft, nicht die Pflicht zur Fahrsicherheit. In der Einstellungsphase und nach Dosisänderungen solltest du nicht fahren. Mehr im Beitrag Cannabis und Autofahren.

Medizinisches Cannabis ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit geprüftem THC- und CBD-Gehalt aus der Apotheke. CBD-Öle und CBD-Blüten aus Drogerie oder Internet sind keine Arzneimittel. Ihr Gehalt ist nicht geprüft, sie werden nicht verschrieben und von keiner Kasse bezahlt.

Inhaliert setzt die Wirkung nach wenigen Minuten ein und hält etwa zwei bis vier Stunden. Oral eingenommen beginnt sie nach 30 Minuten bis zwei Stunden und hält etwa vier bis acht Stunden. Das sind Richtwerte, die von Dosis, Präparat und Gewöhnung abhängen.

WEITERLESEN

Alle Grundlagen zu medizinischem Cannabis im Überblick

Jedes Thema dieser Seite hat eine eigene Seite mit mehr Tiefe. Hier geht es weiter.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Medizinisches Cannabis, Begleiterhebung https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis-als-Medizin/_node.html
  2. Bundesministerium für Gesundheit: FAQ Cannabis als Medizin https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/c/cannabis/faq-cannabis-als-medizin
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Cannabis, Verordnung und Genehmigung https://www.kbv.de/praxis/verordnungen/arzneimittel/cannabis
  4. AOK: Cannabis auf Rezept https://www.aok.de/pk/leistungen/medizinische-behandlung/cannabis-auf-rezept/
  5. Bundesregierung: Strengere Regeln für Medizinal-Cannabis (Kabinettsbeschluss) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/medizinal-cannabis-2387714
  6. Gesetz über den Umgang mit Cannabis zu medizinischen Zwecken (MedCanG) https://www.gesetze-im-internet.de/medcang/
  7. NDR Visite: Medizinisches Cannabis, welche Wirkung haben THC und CBD https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/medizinisches-cannabis-welche-wirkung-haben-thc-und-cbd,cannabis-464.html
  8. Apotheken Umschau: Was Sie über medizinisches Cannabis wissen sollten https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/heilpflanzen/was-sie-ueber-medizinisches-cannabis-wissen-sollten-986613.html
  9. Techniker Krankenkasse: Cannabisreport, Indikationen https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/cannabisreport/indikationeb-cannabis-medizin-2032610

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