ANWENDUNGSGEBIETE
Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis: Bei welchen Erkrankungen es eingesetzt wird
Medizinisches Cannabis wird in Deutschland bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. Am häufigsten verordnet wird es bei chronischen Schmerzen, danach bei Spastik, Appetitverlust, Übelkeit und Epilepsie. Weitere Anwendungsgebiete wie Schlafstörungen, Angststörungen oder ADHS gelten als Einzelfallentscheidung mit begrenzter Studienlage. Ob eine Therapie infrage kommt, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Statt einer Krankheitsliste nennt das Gesetz drei Voraussetzungen. Sind alle drei erfüllt, ist eine Verordnung im Einzelfall möglich.
Anwendungsgebiete: Das Wichtigste in Kürze
- Eine Liste von Krankheiten, die automatisch zu einem Rezept führen, gibt es nicht. § 31 Absatz 6 SGB V nennt drei Voraussetzungen: schwerwiegende Erkrankung, keine passende Standardtherapie, Aussicht auf spürbare Besserung.
- Am häufigsten verordnet wird medizinisches Cannabis bei chronischen Schmerzen (rund 76 % der Kassenverordnungen), danach bei Spastik, Appetitverlust und Übelkeit.
- Gut untersucht sind neuropathische Schmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit bei Chemotherapie und bestimmte Epilepsieformen im Kindesalter.
- Schlafstörungen, Angststörungen, Depression, ADHS, Migräne und Darmerkrankungen sind Einzelfallentscheidungen mit begrenzter Studienlage.
- Für Psychosen, Demenz und Glaukom fehlt ein Wirksamkeitsnachweis. Bei einer Veranlagung zu Psychosen gilt THC als Gegenanzeige.
- Eine häufig verordnete Indikation ist nicht automatisch gut belegt. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
- Gesetzliche Kassen übernehmen Cannabisblüten seit dem 30. Juli 2026 in der Regel nicht mehr, Extrakte und Fertigarzneimittel nur unter engen Bedingungen.
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VORAUSSETZUNGEN STATT KATALOG
Gibt es eine Liste der Krankheiten, bei denen Cannabis verschrieben wird?
Eine Liste mit Diagnosen, die automatisch zu einem Rezept führen, gibt es nicht. Das Gesetz beschreibt in § 31 Absatz 6 SGB V Voraussetzungen, keinen Katalog. In Alltagssprache sind es drei Kriterien:
- Die Erkrankung ist schwerwiegend und beeinträchtigt die Lebensqualität dauerhaft.
- Eine Standardtherapie steht nicht zur Verfügung oder passt im Einzelfall nicht, etwa wegen Nebenwirkungen.
- Es gibt eine begründete Aussicht, dass Cannabis den Verlauf oder die Beschwerden spürbar verbessert.
Beim Kassenrezept prüft die Krankenkasse diese Kriterien, beim Privatrezept beurteilt die Ärztin oder der Arzt den Einzelfall. Deshalb kann dieselbe Diagnose bei einer Person infrage kommen und bei einer anderen nicht. Welche Diagnosen in der Praxis trotzdem überwiegen, zeigt die Begleiterhebung des BfArM.
BEGLEITERHEBUNG
Wofür medizinisches Cannabis in Deutschland tatsächlich verordnet wird
Die Begleiterhebung des BfArM hat von 2017 bis 2022 rund 16.800 Kassenverordnungen ausgewertet. Sie zeigt, wofür medizinisches Cannabis in Deutschland tatsächlich verordnet wurde:
Drei von vier Kassenverordnungen entfallen auf chronische Schmerzen. Alle anderen Diagnosen liegen im einstelligen Prozentbereich.
Symptom oder Erkrankung
Anteil der Verordnungen
Chronische Schmerzen
rund 76 %
Spastik
rund 10 %
Appetitverlust und Gewichtsabnahme
rund 5 %
Übelkeit und Erbrechen
rund 2 %
Depression, ADHS, Tourette-Syndrom, Epilepsie, Darmerkrankungen, Angststörungen
je unter 3 %
Stand: BfArM-Begleiterhebung 2017 bis 2022, Abschlussbericht 2022. Link am Seitenende unter Quellen.
Die Anteile beziehen sich auf Kassenverordnungen und sagen nichts über die Wirksamkeit im Einzelfall aus. Eine häufig verordnete Indikation ist nicht automatisch eine gut belegte.
GUT UNTERSUCHT
Häufige Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis
Sechs Anwendungsgebiete stehen in Begleiterhebung, Kassenreport und Fachliteratur übereinstimmend vorn. Zu jedem findest du den Stand der Studienlage, den passenden Ratgeber und die Übersicht der Sorten, die Apotheken dafür führen.
Chronische und neuropathische Schmerzen
Chronische Schmerzen sind der häufigste Grund für eine Verordnung von medizinischem Cannabis in Deutschland. Eingesetzt wird es vor allem bei Nervenschmerzen, wenn übliche Schmerzmittel nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. Für neuropathische Schmerzen gilt die Studienlage als am besten untersucht, bei Fibromyalgie und Rückenschmerzen ist sie dünner. Ob Cannabis in deine Schmerztherapie passt, klärt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Mehr dazu im Ratgeber Chronische Schmerzen. Welche Sorten Apotheken bei chronischen Schmerzen führen, zeigt die Übersicht im Live-Bestand.
Spastik bei Multipler Sklerose
Bei Multipler Sklerose wird medizinisches Cannabis zur Behandlung von Spastik eingesetzt, also von Muskelverkrampfungen und Bewegungsstörungen, die auf andere Mittel nicht ausreichend ansprechen. Für diesen Einsatz ist in Deutschland ein Fertigarzneimittel zugelassen. In Übersichtsarbeiten berichten Betroffene häufiger von einer Besserung, als sich mit objektiven Messwerten zeigen lässt. Die Entscheidung trifft die behandelnde Neurologin oder der Neurologe im Verlauf der Therapie. Mehr dazu im Ratgeber Neurologische Erkrankungen. Sorten, die Apotheken bei Multipler Sklerose führen, zeigt das Grid.
Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie
Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie gehören zu den ältesten Anwendungsgebieten von Cannabinoiden. Medizinisches Cannabis wird hier verordnet, wenn die üblichen Mittel gegen Übelkeit nicht ausreichend wirken. Die Studienlage ist uneinheitlich: Einige Übersichtsarbeiten sehen einen Nutzen, andere verweisen auf besser untersuchte Alternativen. Die Onkologin oder der Onkologe entscheidet, ob Cannabis die Begleittherapie ergänzen kann. Mehr dazu im Ratgeber Cannabis bei Krebserkrankung. Sorten, die Apotheken bei Übelkeit führen, zeigt das Grid.
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei HIV/AIDS und Krebs
Bei starkem Gewichtsverlust durch HIV/AIDS oder eine Krebserkrankung wird medizinisches Cannabis zur Unterstützung des Appetits eingesetzt. Einzelne Studien beschreiben eine leichte Zunahme von Appetit und Gewicht, eine aktuelle Übersichtsarbeit hält die Belege noch nicht für ausreichend. In Deutschland zählt diese Symptomatik zu den fünf häufigsten Gründen für eine Verordnung. Ob der Einsatz sinnvoll ist, hängt von der Grunderkrankung und der Gesamtbehandlung ab. Sorten, die Apotheken bei Appetitlosigkeit führen, zeigt das Grid.
Epilepsie
Bei bestimmten schweren Epilepsieformen im Kindesalter, dem Dravet-Syndrom und dem Lennox-Gastaut-Syndrom, wird ein Fertigarzneimittel mit dem Cannabinoid CBD eingesetzt. Für diese Formen gilt die Wirksamkeit als gut belegt. Bei anderen Epilepsien ist die Studienlage noch nicht abgeschlossen, und Wechselwirkungen mit Antiepileptika müssen beachtet werden. Die Entscheidung liegt bei der behandelnden Neurologin oder dem Neurologen. Mehr dazu im Ratgeber Medizinisches Cannabis bei Epilepsie. Sorten, die Apotheken bei Epilepsie führen, zeigt das Grid.
Tourette-Syndrom
Beim Tourette-Syndrom wird medizinisches Cannabis zur Behandlung von Tics eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht ausreichen. Einzelne Studien beschreiben eine geringere Tic-Intensität unter THC-haltigen Präparaten, größere Studien mit längeren Behandlungszeiten fehlen noch. Deutsche Fachgesellschaften führen Cannabis als Option für Erwachsene auf. Die Neurologin oder der Psychiater entscheidet nach Schweregrad und Vorbehandlung. Sorten, die Apotheken beim Tourette-Syndrom führen, zeigt das Grid.
BEGRENZTE STUDIENLAGE
Weitere Anwendungsgebiete im Einzelfall
Für die folgenden Beschwerden wird medizinisches Cannabis in Deutschland ebenfalls verordnet. Die Belege sind aber schwächer oder beziehen sich auf kleine Studien, jeder Einsatz bleibt eine Einzelfallentscheidung.
Schlafstörungen
Bei Schlafstörungen wird medizinisches Cannabis in Deutschland vergleichsweise oft verordnet, meist wenn die Schlafprobleme mit einer anderen Erkrankung wie chronischen Schmerzen zusammenhängen. Eigene Studien zum Schlaf gibt es kaum, der Effekt wurde bisher vor allem als Nebenbefund in Schmerzstudien erfasst. Deshalb gilt der Einsatz als Einzelfallentscheidung der behandelnden Ärztin oder des Arztes. Mehr dazu im Ratgeber Medizinisches Cannabis bei Schlafstörungen. Sorten, die Apotheken bei Schlafstörungen führen, zeigt das Grid.
Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörung
Bei Angststörungen und PTBS wird medizinisches Cannabis im Einzelfall verordnet, etwa wenn Angst, Anspannung und Schlafprobleme zusammen auftreten. Der Cannabisreport der Techniker Krankenkasse zählt Angststörungen zu den möglichen Anwendungsgebieten mit wenigen wissenschaftlichen Belegen. Weil THC Angst auch verstärken kann, ist die psychiatrische Einschätzung vor einer Therapie besonders wichtig. Mehr dazu in den Ratgebern Angstzustände und Cannabis bei PTBS. Sorten, die Apotheken bei Angstzuständen führen, zeigt das Grid.
Depression
Depressive Beschwerden zählen in der Begleiterhebung zu den häufigeren Gründen für eine Verordnung, meist zusammen mit Schmerzen oder Schlafstörungen. Als alleinige Behandlung einer Depression wird medizinisches Cannabis nicht empfohlen, die wenigen Studien dazu gelten als verzerrungsanfällig. Ob es eine bestehende Therapie ergänzen kann, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der Psychiater. Mehr dazu im Ratgeber Medizinisches Cannabis bei Depression. Sorten, die Apotheken bei Depressionen führen, zeigt das Grid.
ADHS bei Erwachsenen
Bei ADHS im Erwachsenenalter wird medizinisches Cannabis in Einzelfällen verordnet, wenn Standardmedikamente nicht vertragen werden oder nicht ausreichen. Die Forschung steht am Anfang: Eine kleine Pilotstudie mit 30 Erwachsenen zeigte Verbesserungen bei Hyperaktivität und Impulsivität, aber nicht bei Aufmerksamkeit und Leistung. Eine Verordnung setzt eine gesicherte Diagnose und die Einschätzung einer Fachärztin oder eines Facharztes voraus. Mehr dazu im Ratgeber Medizinisches Cannabis bei ADHS. Sorten, die Apotheken bei ADHS führen, zeigt das Grid.
Migräne und Kopfschmerzen
Bei Migräne und chronischen Kopfschmerzen wird medizinisches Cannabis eingesetzt, wenn vorbeugende und akute Standardmittel nicht ausreichen. Die Studienlage besteht überwiegend aus Beobachtungsstudien, erste kontrollierte Daten gibt es zu THC in Kombination mit CBD bei akuter Migräne. Eine Verordnung bleibt eine Einzelfallentscheidung der Neurologin oder des Hausarztes. Sorten, die Apotheken bei Migräne führen, zeigt das Grid.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Verdauungsbeschwerden
Bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Reizdarm wird medizinisches Cannabis im Einzelfall eingesetzt, vor allem zur Behandlung von Begleitbeschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Appetitverlust. Für die Entzündung selbst fehlen bislang ausreichende Belege, die Studien sind klein und kurz. Die Gastroenterologin oder der Gastroenterologe entscheidet, ob Cannabis die laufende Therapie ergänzen kann. Mehr dazu im Ratgeber Verdauungsprobleme. Sorten, die Apotheken bei Morbus Crohn führen, zeigt das Grid.
Endometriose, Menstruationsbeschwerden und Wechseljahre
Bei Endometriose, starken Menstruationsschmerzen und Beschwerden in den Wechseljahren wird medizinisches Cannabis vereinzelt verordnet, meist als Teil einer Schmerztherapie. Kontrollierte Studien zu diesen Anwendungsgebieten gibt es kaum, die Daten stammen überwiegend aus Befragungen. Ob eine Therapie infrage kommt, besprechen Betroffene mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen. Mehr dazu in den Ratgebern Endometriose, Cannabis bei PMS und Cannabis in den Wechseljahren. Sorten, die Apotheken bei PMS führen, zeigt das Grid.
Arthrose, Arthritis und Fibromyalgie
Bei Arthrose, rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie wird medizinisches Cannabis zur Behandlung chronischer Gelenk- und Muskelschmerzen eingesetzt, wenn andere Schmerzmittel nicht ausreichen. Die bisherigen Studien sind klein und kurz, ein Wirksamkeitsnachweis steht aus. Deshalb gilt der Einsatz als individueller Therapieversuch, den Rheumatologin oder Schmerzmediziner begleiten. Mehr dazu in den Ratgebern Cannabis bei Arthrose, Cannabis bei Arthritis und Muskuläre und Gelenkbeschwerden. Sorten, die Apotheken bei Arthritis führen, zeigt das Grid.
Hauterkrankungen
Bei Neurodermitis, Schuppenflechte und schwerer Akne wird medizinisches Cannabis nur selten und im Einzelfall eingesetzt, etwa wenn Juckreiz und Schlafstörungen zusammenkommen. Untersucht werden vor allem äußerlich angewendete Cannabinoide, für Blüten oder Extrakte auf Rezept gibt es bei Hauterkrankungen kaum Daten. Die Entscheidung liegt bei der Hautärztin oder dem Hautarzt. Mehr dazu in den Ratgebern Hautprobleme, Neurodermitis und Cannabis gegen Akne.
Parkinson und weitere neurologische Erkrankungen
Bei Parkinson und anderen neurologischen Erkrankungen wird medizinisches Cannabis im Einzelfall eingesetzt, meist gegen Begleitbeschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen oder Muskelkrämpfe. Für die Bewegungsstörungen selbst sind die Studienergebnisse widersprüchlich, bei Demenz fehlen Belege. Die Neurologin oder der Neurologe wägt Nutzen und Risiken im Verlauf ab. Mehr dazu im Ratgeber Neurologische Erkrankungen. Sorten, die Apotheken bei Parkinson führen, zeigt das Grid.
EINORDNUNG
Wo die Belege fehlen
Für Psychosen, Schizophrenie, Demenz und Glaukom führen Übersichtsarbeiten keinen Wirksamkeitsnachweis. Glaukom zählt historisch zu den genannten Anwendungsgebieten, der Effekt auf den Augeninnendruck ist aber zu kurz und zu schwach für eine Therapie. Bei einer Veranlagung zu Psychosen gilt THC als Gegenanzeige, Details dazu stehen bei den Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis. Auch hier entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob Cannabis trotz schwacher Datenlage in einem Einzelfall vertretbar ist.
VERORDNUNG
Voraussetzungen: Wann Ärztinnen und Ärzte medizinisches Cannabis verordnen
Ärztinnen und Ärzte verordnen medizinisches Cannabis, wenn die drei Kriterien aus dem Abschnitt oben erfüllt sind: schwerwiegende Erkrankung, keine geeignete oder vertragene Standardtherapie, Aussicht auf spürbare Besserung. Grundlage ist immer die Anamnese und das ärztliche Gespräch, bei GreenMedical per Telemedizin.
Die Einschätzung erleichtern eine gesicherte Diagnose, eine Übersicht der bisherigen Therapien und ein aktueller Medikationsplan. Wer diese Unterlagen vorab zusammenstellt, spart Rückfragen.
Zur Kostenlage: Gesetzliche Kassen übernehmen Cannabisblüten seit dem 30. Juli 2026 in der Regel nicht mehr, Extrakte und Fertigarzneimittel nur unter engen Bedingungen. Den aktuellen Stand findest du in der Rechtsstand-Box zum medizinischen Cannabis. Wie die Anfrage für ein Cannabis-Rezept bei GreenMedical abläuft, erklärt die Rezept-Seite.
Das erleichtert die ärztliche Einschätzung
- Eine gesicherte Diagnose, am besten mit Befund oder Arztbrief.
- Eine Übersicht der bisherigen Therapien und warum sie nicht gereicht haben.
- Ein aktueller Medikationsplan mit allen Mitteln, auch frei verkäuflichen.
Dein Weg zum Cannabis‑Rezept
Du füllst den Fragebogen aus, eine Ärztin oder ein Arzt prüft deine Angaben und schickt das Rezept digital an deine Wunschapotheke. Dort bestätigst du die Bestellung und entscheidest dich für Abholung oder Lieferung. Dein Rezept wird in der Regel in unter einer Stunde bearbeitet.
Abgelehnt? Dann bekommst du dein Geld erstattet.
FAQS
Häufige Fragen zu den Anwendungsgebieten von medizinischem Cannabis
Einen festen Katalog gibt es nicht. In der Praxis wird medizinisches Cannabis am häufigsten bei chronischen Schmerzen verordnet, danach bei Spastik, Appetitverlust, Übelkeit und bestimmten Epilepsieformen. Weitere Anwendungsgebiete wie Schlafstörungen, Angststörungen oder ADHS sind Einzelfallentscheidungen. Alle Details stehen in den Abschnitten oben.
Die Kasse prüft Kriterien, keine Diagnosen: schwerwiegende Erkrankung, keine geeignete Standardtherapie, Aussicht auf Besserung. Meist ist vor der ersten Verordnung eine Genehmigung nötig. Cannabisblüten übernehmen die gesetzlichen Kassen seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr. Den Rechtsstand findest du beim medizinischen Cannabis im Überblick.
Wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt, eine Standardtherapie nicht verfügbar ist oder nicht vertragen wird und eine begründete Aussicht auf Besserung besteht. Grundlage ist eine Anamnese mit Diagnose, bisherigen Therapien und aktueller Medikation. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
In der Regel Erwachsene mit einer schwerwiegenden, meist chronischen Erkrankung, bei denen andere Behandlungen nicht ausgereicht haben. Bei Kindern kommen nur zugelassene Fertigarzneimittel infrage, etwa bei schweren Epilepsieformen. Bei Psychosen in der Vorgeschichte, in der Schwangerschaft und bei schweren Herzerkrankungen wird in der Regel nicht verordnet.
Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsprobleme, vor allem zu Beginn. THC kann abhängig machen. Zu Therapiebeginn und nach Dosisänderungen ist Autofahren tabu. Finanziell: Privatrezepte zahlst du selbst, Blüten sind keine Kassenleistung mehr. Ausführlich bei den Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis.
Am besten belegt ist der Einsatz bei neuropathischen Schmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose und bestimmten Epilepsieformen. Bei vielen anderen Beschwerden ist die Studienlage begrenzt oder widersprüchlich. Ob Cannabis im Einzelfall eine Besserung bringt, lässt sich nur in der Therapie unter ärztlicher Begleitung beurteilen, ein Versprechen gibt es nicht.
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Quellen
- BfArM: Begleiterhebung zur Anwendung von Cannabisarzneimitteln, Abschlussbericht 2022 https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis-als-Medizin/Begleiterhebung/_node.html
- Techniker Krankenkasse: Cannabisreport, Indikationen für Cannabis als Medizin https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/cannabisreport/indikationeb-cannabis-medizin-2032610
- Bundesministerium für Gesundheit: FAQ Cannabis als Medizin https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/c/cannabis/faq-cannabis-als-medizin
- Sozialgesetzbuch V, § 31 Absatz 6 (Cannabisarzneimittel) https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__31.html
- AOK: Cannabis auf Rezept https://www.aok.de/pk/leistungen/medizinische-behandlung/cannabis-auf-rezept/
- PTAheute: Bei welchen Erkrankungen ist Cannabis indiziert? https://www.ptaheute.de/aktuelles/2025/06/30/bei-welchen-erkrankungen-ist-cannabis-indiziert
Redaktion GreenMedical. Mehr über uns.